Österreich hat ein bewährtes System der Beziehungen zwischen Staat und Religion, das eine grundsätzliche Trennung bei gleichzeitiger Kooperation vorsieht und in seiner Ausgestaltung in vielem international vorbildliche Qualitäten aufweist.
 
Vor diesem Hintergrund erscheint es als fragwürdig, warum staatliche Behörden nun einseitig eine Landkarte mit flächendeckenden Informationen und Bewertungen zu allen Institutionen einer einzelnen Religionsgemeinschaft erstellen. Diesen Schritt als „Service“ für die Muslime darzustellen, ist schwer nachvollziehbar, da die derart „servicierten“ Personen weder den Wunsch nach dieser staatlichen Dienstleistung geäußert haben noch irgendwie sonst einbezogen worden sind.
 
 

Der Dialog der unterschiedlichen Kulturen, Religionen und Weltanschauungen wird immer wichtiger für ein gutes Zusammenleben in unserer zunehmend pluralisierenden Gesellschaft. Die katholische Kirche ist in diesen Dialog nicht nur eingebunden, sondern vielfach Wegbereiterin. Dazu braucht sie konkrete Formen, Zeichen und Werkzeuge. So gibt es in unserer Diözese - in den Pastoralen Diensten, im Bereich „Gesellschaftliche Verantwortung“ - ab September 2020 die neue Fachstelle „Kirche im Dialog“.

Die Stelle gliedert sich in zwei Bereiche:
- Interkulturelles und Interreligiöses (die Begleitung und Vernetzung der interreligiösen Aktivitäten der Diözese) und
-Weltanschauungsfragen (Beratung und Begleitung bei Anfragen in Zusammenhang mit religiösen Bewegungen).