Jugendbischof Turnovszky bei 400. Jugendvesper des Stifts Seitenstetten

Jugendbischof Turnovszky bei 400. Jugendvesper des Stifts Seitenstetten

Seitenstetten, 08.07.2013 (dsp) Jugendbischof Stephan Turnovszky feierte am 5. Juli mit über 200 jungen Christen aus dem ganzen Mostviertel die 400. Jugendvesper im Stift Seitenstetten. Im Jahr 1980 riefen Altabt Berthold Heigl und der neue Prior Laurentius Resch die Initiative ins Leben, an der bis heute Tausende teilgenommen haben. Diese finden immer am 1. Freitag im Monat statt. Turnovszky – auch Weihbischof von Wien – betonte beim Gottesdienst die Bedeutung der Gemeinschaft für den Glauben.


Der in der Österreichischen Bischofskonferenz für den Bereich Jugend zuständige Bischof nannte drei Bestandteile für ein positives Leben aus dem Glauben heraus. Um selbst überzeugend zu sein, brauche es eine enge Gottbeziehung, die über das Gebet gelinge. Dazu müsse man sich freilich auch mal „aufraffen“. Weiters könne Christsein nicht alleine gelebt werden, Gemeinschaft gehöre dazu. Nächstenliebe werde dort konkret, wo Menschen einander lieben. Drittens müssten Christen für ein überzeugendes christliches Leben andere mögen. Auch Kritiker müssten ausgehalten werden, die ebenfalls von Gott geliebt würden.
Glaube nicht "abgelaufen"

Turnovszky erinnerte daran, dass weltweit über 1,2 Milliarden Katholiken und weitere zahlreiche Christen leben, obwohl Jesus nur rund drei Jahre öffentlich wirkte. Dennoch würden wir ihn „wahrhaftig Gottes Sohn nennen“. Andere Religionen würden sich damit schwer tun – noch dazu weil er aus einfachen Verhältnissen kam und hingerichtet wurde. Christen hätten die Botschaft von den Aposteln, die dafür meist als Märtyrer gestorben seien. Zahlreiche Generationen haben diese weitergegeben, bis heute würde das Evangelium viele Menschen berühren. Der Glaube sei „nicht abgelaufen“, sondern immer noch aktuell, nicht nur Ältere. Es sei aber für Jugendliche schwerer geworden zu glauben.

Heute sei der Kirchgang nicht mehr selbstverständlich. In seinem Wirkgebiet, dem Weinviertel, sei es wohl ähnlich wie im Mostviertel. In seiner Jugend sei das noch selbstverständlich gewesen, durch Freunde sei man damals in der christlichen Gemeinschaft sozialisiert gewesen, so der 49-Jährige. Daher sei das Christsein heute „echter“ und mehr freiwillig geworden. Konkret rief Turnovszky die Jugendlichen auch auf, ihren Glauben über die sozialen Netzwerke in den Neuen Medien zu bezeugen.

Nach der Vesper und einer Lichterprozession im Stiftshof spendete Neupriester Vitus Weichselbaumer den Primizsegen, der bei der Bevölkerung großes Ansehen genießt.

Einladung zum Weltjugendtag auf Österreichisch

Abschließend lud Jugendbischof Turnovszky die Jugendlichen zum Weltjugendtag ein. Diese finde zwar in Rio de Janeiro, in Österreich gebe es aber parallel dazu am Samstag, 27. Juli, in Wien und am Sonntag, 28. Juli, in Linz Parallelveranstaltungen.